RECHTSGRUNDLAGEN  
  Paragraph 823 BGB  
  Verrichtungsgehilfe  
  Schadensersatz  
  HAFTUNG  
  ... des Sportlers  
  ... des Veranstalters  
  ... des Grundstückseigners  
  Grenzen der Haftung  
  RECHTSPRECHUNG  
  Urteile  
  Urteile  
  Kein Schadensersatz bei Nichtbenutzung des ...  
  Den Radweg nur sehr vorsichtig verlassen  
  "Schwenker" auf Radweg deutlich markieren  
  Falsche Richtung führt zu Haftungsverteilung von ...  
  Markierter Radweg - "Kein Zutritt für Fußgänger"  
  Ein Viertel des Radweges kann vollen Ärger bringen  
  Auch für Rennradler ist die Straße tabu  
  Keine Haftung, wenn 5jähriger Radler plötzlich ...  
  Radwegparker haftet mit  
  Geisterradfahrer trägt 3/5 Mitverschulden  
  Autofahrer müssen "Geisterradfahrer" rechnen  
  Wer links fahren darf, darf links weiterfahren  
  Bleibt Glas zurück, Ersatz an Fahrradfahrer  
  Fußgänger nur vorsichtig überholen  
  Vom Bürgersteig auf die Straße "kostet"  
  Durchgezogene Linie ist Endstation  
  Mit Absperrpfosten muss man rechnen  
  Kein Mitverschulden, wenn Radweg zu "langsam" ist  
  Kein "Vorrang" für Fußgänger  
  Heckenwuchs kostet Kommune Geld  
  Alkohol kostet Schadenersatz  
  Klingeln berechtigt zum "riskanten Überholmanöver"  
 
  Kein Schadensersatz bei Nichtbenutzung des Radweges  
  Benutzt der Radfahrer einen Radweg nicht, kann er bei einem Unfall seinen Anspruch auf Schadensersatz verlieren. Das Landgericht Duisburg wies die Klage einer Radfahrerin ab, die neben dem Radweg auf der Straße gefahren war und beim Abbiegen von einem Bus erfasst wurde. Sie erlitt schwere Verletzungen. Die Richter urteilten, dass die Radfahrerin durch ihr verkehrswidriges Verhalten den Unfall mitverschuldet habe, so dass ein Schadensersatz-Anspruch gegen die Busfahrerin ausgeschlossen sei. (LG Duisburg, AZ 3 O 151/00).  
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  Den Radweg nur sehr vorsichtig verlassen  
  Verlässt ein Radfahrer deswegen den Radweg, weil er durch eine Gruppe spielender Kinder "blockiert" ist, so trägt er ein Drittel der Schuld, wenn er sich verletzt, weil er auf der Straße in eine sich unvermittelt öffnende Fahrertür eines parkenden Autos fährt. Er hätte absteigen und das "Hindernis" umgehen oder stehen bleiben und die Kinder "wegklingeln" müssen. (Landgericht Bonn, 5 S 6/00)  
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  "Schwenker" auf Radweg deutlich markieren  
  Ist ein "Schwenker" auf einem Fahrradweg nicht deutlich gemacht (etwa durch "Katzenaugen" oder durch leuchtende Markierungen) und stürzt deshalb ein Radfahrer, der nachts die "Kurve nicht gekriegt" hat, so hat die Kommune Schadenersatz zu leisten (hier unter Berücksichtigung eines Mitverschuldens in Höhe von zwei Dritteln). (Oberlandesgericht Celle, 9 U 77/99)  
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  Falsche Richtung führt zu Haftungsverteilung von 50:50  
  Fährt eine Radfahrerin auf einem Radweg in "falscher" Richtung und kommt es an einer Kreuzung zu einer Kollision mit einem Pkw, so teilen sich beide Parteien den Schaden, weil nach Ansicht des Gerichts der Autofahrer mit dem verkehrswidrigen Verhalten eines Radfahrers und die Radfahrerin ihrerseits damit hätte rechnen müssen, dass ein Autofahrer einen "Geisterradfahrer" übersieht. (Oberlandesgericht Hamm, 9 U 12/98)  
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  Markierter Radweg - "Kein Zutritt für Fußgänger"  
  Prallt ein Radfahrer auf einem markierten Radweg mit einem Fußgänger zusammen, so haftet der Fußgänger für den Schaden (hier: ein 80jähriger Rentner, der "vom Weg abgekommen" war. (Oberlandesgericht Hamm, 13 U 76/98)  
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  Ein Viertel des Radweges kann vollen Ärger bringen  
  Auch wenn ein Autofahrer nur 40 Zentimeter eines 1,75 Meter breiten Radweges zuparkt, kann er kostenpflichtig abgeschleppt werden, ohne mit dem Argument gehört zu werden, er habe Radfahrer "nicht wesentlich behindert". Schon die Möglichkeit einer Behinderung rechtfertigt das Vorgehen der Behörde. (Verwaltungsgericht Berlin, 9 A 40/99)  
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  Auch für Rennradler ist die Straße tabu  
  Auch Rennradfahrern ist es nicht gestattet, auf der Straße zu fahren, wenn ein Radweg vorhanden ist. Sie können deshalb keinen Schadenersatz von der Kommune verlangen, wenn sie (verbotswidrig) die Straße benutzt haben und wegen eines Schlaglochs gestürzt sind. (Landgericht Köln, 5 O 310/98)  
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  Keine Haftung, wenn 5jähriger Radler plötzlich ausschert  
  Die Kfz-Versicherung eines Autofahrers, der mit einem 5jährigen Jungen zusammengestoßen ist und diesen erheblich verletzt hat, braucht kein Schmerzensgeld zu zahlen, wenn der Junge in Begleitung seiner Mutter auf dem Radweg fuhr und plötzlich auf die Fahrbahn geriet, ohne dass dafür auch nur annähernd ein Grund erkennbar gewesen wäre. (Landgericht Osnabrück, 12 S535/97)  
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  Radwegparker haftet mit  
  Parkt ein Lastwagen auf einem Radweg, so dass eine Radfahrerin auf den Fußweg ausweichen muss, dort aber mit einer Fußgängerin zusammenstößt, so haften der Besitzer des Lkw und die Radfahrerin zu gleichen Teilen für die Verletzungsfolgen der Fußgängerin. (Amtsgericht Dortmund, 109 C 13217/96)  
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  Geisterradfahrer trägt 3/5 Mitverschulden  
  Befährt ein Radfahrer den "linken" Radweg einer Straße, obwohl ein "rechter" vorhanden ist, und stößt er an einer Kreuzung mit einem Autofahrer zusammen, der an sich die Vorfahrt hätte beachten müssen, so muss der Autofahrer lediglich 2/5 des Schadens tragen, der Radfahrer dagegen 3/5. (Hanseatisches Oberlandesgericht Bremen, 3 U 69/96) Mülltonnen haben auf dem Radweg nichts zu suchen Werden Mülltonnen von den Männern der Müllabfuhr auf einem Radweg "abgestellt" und prallt ein Radfahrer bei schlechter Sicht im Morgengrauen dagegen, so muss die Kommune wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht den Schaden tragen (hier: zu 2/3, weil der Radfahrer hätte langsamer fahren müssen). (Oberlandesgericht Hamm, 9 U 218/95)  
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  Autofahrer müssen "Geisterradfahrer" rechnen  
  Biegt ein Autofahrer in eine Vorfahrtsstraße, so muss er auch damit rechnen, dass Fahrradfahrer einen Radweg in die falsche Richtung benutzen. Stößt er mit einem "geisterfahrenden" Radler zusammen, so haftet er zu zwei Dritteln für den Gesamtschaden. (Oberlandesgericht Hamm, 6 U 68/96)  
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  Wer links fahren darf, darf links weiterfahren  
  Darf ein Fahrradweg an einer Straße auch in "Gegenrichtung" (hier: auf der linken Seite) befahren werden, so gilt dies auch dann noch, wenn auf dieser Straße (hier: rechts) ein weiterer Fahrradweg beginnt - es sei denn, durch Markierung oder Hinweisschild sei ein Fahrbahnwechsel angezeigt worden. (Bundesgerichtshof, VI ZR 310/95)  
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  Bleibt Glas zurück, Ersatz an Fahrradfahrer  
  Sind bei einem Autounfall Glassplitter auf einem Radweg zurückgeblieben, so muss der Halter des Fahrzeugs Radfahrern, die dadurch zu Schaden gekommen sind, Ersatz leisten. (Landgericht Bielefeld, 22 O 40/96)  
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  Fußgänger nur vorsichtig überholen  
  Befährt ein Radfahrer einen auf dem Bürgersteig gekennzeichneten Radweg und überholt er einen Fußgänger, der "nahe des Radweges" geht, rechts, stößt er aber dennoch mit ihm zusammen, weil der Fußgänger im selben Augenblick ebenfalls "rechts ausschert", so muss der Radfahrer den gesamten Schaden tragen, da er sich dem Fußgänger besonders vorsichtig hätte nähern müssen. (Amtsgericht Frankfurt am Main, 32 C 3512/95-19)  
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  Vom Bürgersteig auf die Straße "kostet"  
  Befährt ein Radfahrer (hier: ein Radkurier) den Bürgersteig (statt den Fahrradweg auf der gegenüberliegenden Seite) und stößt er beim Wechseln auf die Straße mit einem Auto zusammen, so ist er allein für den Schaden verantwortlich. (Amtsgericht Frankfurt am Main, 32 C 3149/95-19)  
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  Durchgezogene Linie ist Endstation  
  Kommt einem Radfahrer auf einem Radweg eine Gruppe von Radfahrern entgegen, so muss er sich ganz rechts halten und notfalls anhalten, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Keinesfalls darf er auf die links von ihm angebrachte durchgezogene Linie, die den Rad- vom Fußweg trennt überfahren. Andernfalls ist er bei einem Zusammenstoß schadenersatzpflichtig. (Oberlandesgericht Hamm, 13 U 111/94)  
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  Mit Absperrpfosten muss man rechnen  
  Radfahrer müssen auf Radwegen damit rechnen, dass am Beginn und am Ende jeweils Absperrpfosten eingelassen sind, um Autofahrer daran zu hindern, den Radweg zu befahren. Prallen sie vor einen solchen Pfosten, so können sie keinen Schadenersatz von der Kommune verlangen, auch wenn der Pfosten etwa 20 Meter vor dem Ende des Radweges angebracht wurde. (Landgericht Paderborn, 4 O 48/94)  
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  Kein Mitverschulden, wenn Radweg zu "langsam" ist  
  Befährt ein (Renn-)Radfahrer die Straße statt des Radweges, weil dieser wegen schlechten Zustandes "nicht schnell befahren werden kann", so trifft ihn kein (Mit-)Verschulden, wenn er sich auf einer vorfahrtsberechtigten Straße befindet und mit einem einbiegenden Autofahrer zusammenstößt. (Oberlandesgericht Köln, 19 U 208/93)  
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  Kein "Vorrang" für Fußgänger  
  Radfahrer haben zwar grundsätzlich vorgeschriebene Fahrradwege zu benutzen, doch haften sie nicht für einen Unfall, den sie durch die Unachtsamkeit eines Fußgängers auf der Straße erleiden. (Landgericht Bonn, 8 S 234/92)  
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  Heckenwuchs kostet Kommune Geld  
  Ragt eine Hecke in einer Kurve so weit in einen Radweg hinein, dass ein Radfahrer nach links ausweichen muss und dadurch mit einem entgegenkommenden Radfahrer zusammenstößt, so ist die Kommune schadenersatzpflichtig. (Landgericht Paderborn, 2 O 97/92)  
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  Alkohol kostet Schadenersatz  
  Auch wenn ein Radfahrer einen Radweg verbotenerweise gegen die Fahrtrichtung befährt und dabei mit einem anderen (allerdings stark betrunkenen) Radler zusammenstößt, muss der nüchterne Fahrer nur 40 Prozent Schadenersatz leisten. (Oberlandesgericht Hamm, 27 U 57/91)  
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  Klingeln berechtigt zum "riskanten Überholmanöver"  
  Hat ein Radfahrer mehrfach geklingelt, bevor er auf einem Radweg einen anderen Radfahrer überholen will, so braucht er nicht den üblichen Sicherheitsabstand von einem Meter einzuhalten. (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, 17 U 129/88)  
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