RECHTSGRUNDLAGEN  
  Paragraph 823 BGB  
  Verrichtungsgehilfe  
  Schadensersatz  
  HAFTUNG  
  ... des Sportlers  
  ... des Veranstalters  
  ... des Grundstückseigners  
  Grenzen der Haftung  
  RECHTSPRECHUNG  
  Urteile  
  Grenzen der Haftung  
  Das besondere Problem der Haftung bei Radsportunfällen ist im Kontext zwischen den Besonderheiten dieser Sportarten und deren Einpassung in die Haftungssystematik der §§ 823 ff. BGB zu sehen. Bei der Ausübung des Radsportes werden von normalen Lebensverhältnissen abweichende Handlungsweisen praktiziert, was mit erheblich höheren Risiken für Eigentum und Gesundheit einhergeht, die jedoch von den Sporttreibenden bewusst eingegangen werden, weshalb andere Maßstäbe gelten.

Die Verkehrspflichten sind im Bereich des Sports in den dargestellten Regelwerken objektiviert. Diese prägen und konkretisieren mithin wesentlich die für die Ausübung dieser Sportart allgemeinen Verhaltenspflichten. Entscheidend ist demnach die Frage, ob die Überschreitung einer Sportregel den Vorwurf der Rechtswidrigkeit begründet. Überzeugend wird hierzu vertreten, dass eine Haftung bei geringfügigen Regelverstößen abzulehnen und erst bei grob fahrlässigem Verhalten die Rechtswidrigkeit zu bejahen ist. Bleibt festzustellen, dass leichtere Regelverletzungen eine immanente sportspezifische Besonderheit sind, deren Vorliegen allein noch nicht den Vorwurf der Rechtswidrigkeit begründen. Grobe Regelverstöße oder vorsätzliches Verhalten sind hingegen zweifellos rechtswidrig und müssen zum Schadensersatz führen.
Wer sich freiwillig in die gefährliche Situation der Teilnahme an einer Radrennsportveranstaltung begibt, setzt sich bewusst einer drohenden Eigengefährdung aus und begibt sich auf die Ebene des Handelns auf eigene Gefahr. Diese so genannte schuldhafte Selbstgefährdung fällt nach ganz herrschender Meinung unter § 254, mit der Folge, dass ein Mitverschulden des Geschädigten anspruchsmindernd zu berücksichtigen ist. Für das Sporthaftungsrecht gilt dies jedenfalls nach weit überwiegender Meinung für leichte Regelüberschreitung auch aus Spieleifer, Unüberlegtheit oder Ermüdung.

Ob es letztlich bei einer Anspruchsminderung verbleibt oder ein Haftungsausschließungsgrund vorliegt muss der Entscheidung im Einzelfall je nach Art und Schwere der Regelüberschreitung vorbehalten bleiben.
 
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