RECHTSGRUNDLAGEN  
  Paragraph 823 BGB  
  Verrichtungsgehilfe  
  Schadensersatz  
  HAFTUNG  
  ... des Sportlers  
  ... des Veranstalters  
  ... des Grundstückseigners  
  Grenzen der Haftung  
  RECHTSPRECHUNG  
  Urteile  
  ... des Grundstückseigners  
  Verkehrssicherungspflichten für öffentliche ...  
  Verkehrssicherungspflichten für Waldwege  
 
  Verkehrssicherungspflichten für öffentliche Straßen  
  Es entspricht der Rechtsprechung für die Ausübung des Radsports auf öffentlichen Straßen, dass der Träger der Straßenbaulast nicht verpflichtet ist, flache Mulden und Schlaglöcher von geringer Tiefe in der Fahrbahndecke zu beseitigen, damit auf diesen gefahrlos mit einem Rennrad gefahren werden kann. Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass der Kläger durch die Benutzung seines Sportgerätes – ein Rennrad – selbst eine Gefahr schafft, da er mit diesem Sportgerät höhere Geschwindigkeiten zurücklegt und sich auf schmaleren Reifen bewegt, woraus sich erhöhte Gefahren ergeben. Er war daher in besonderem Maße zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet. Die gefahrlose Ermöglichung einer solchen sportlichen Betätigung ist grundsätzlich nicht Aufgabe nach Zweck der Anlage öffentlicher Straßen und derartige Sicherungsmaßnahmen sind den Gebietskörperschaften nicht zumutbar. Wer eine Straße in gefahrerhöhender Weise mit einem Sportgerät benutzt, muss selbst durch erhöhte Aufmerksamkeit Sorge dafür tragen, dass er nicht durch deren Zustand zu Schaden kommt.  
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  Verkehrssicherungspflichten für Waldwege  
  Das OLG Koblenz hält eine Warnung vor einer 2 cm hohen Baumwurzel auf einem Radweg für nicht erforderlich. Für ausgeschilderte Mountainbikerouten ist die Verpflichtung vor naturbedingten Gefahrenquellen zu warnen – wenn überhaupt vorhanden - noch sehr viel niedriger angesiedelt. Das LG Heidelberg geht in einer Entscheidung aus dem Jahre 1998 davon aus, dass eine Gemeinde hinsichtlich eines unbefestigten durch Wald und Flur führenden Gemeinde-Verbindungs-Radweges keine besondere Verkehrssicherungspflicht trifft. Eine abweichende Beurteilung wäre nur dann angebracht, wenn der Weg als spezieller Radweg so hergerichtet, ausgebaut und erhalten würde, dass der Charakter als Feldweg zurücktritt und der Benutzer den Eindruck haben muss, es handele sich um einen besonders ausgebauten Weg, bei dessen Benutzung man mit den üblichen Gefahren eines Feldweges nicht rechnen müsse. So ist auch ein Waldbesitzer im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht nicht gehalten, abgestorbene Bäume in der Nähe von Waldwegen auf die Umsturzgefahr zu untersuchen, es sei denn, besondere Anhaltpunkte für eine zeitlich nahe Gefahrverwirklichung liegen vor.

Wenn hingegen der Träger der Straßenbaulast bzw. der Grundstücksbesitzer atypische Gefahren schafft, wie der Landwirt, der während eines Viehtriebes einen Weidedraht in ca. 1 m Höhe quer über den Weg spannt, dann haftet dieser wegen einer Verkehrssicherungspflichtverletzung für den materiellen und immateriellen Schaden eines Mountainbikers, wenn dieser wegen des Weidedrahtes zu Fall kommt. Nach einer Entscheidung des LG Köln vom 23.01.1998 (MDR 1998, 718 -719) gehört es auch zu den Verkehrssicherungspflichten eines Landwirtes, Veränderungen des Freizeitverhaltens der Bevölkerung zur Kenntnis zu nehmen und sich darauf einzustellen. Gerade Wald- und Wiesenwege gehören zu den bevorzugten Flächen für Freizeitsportler, wie Wanderer, Läufer und Radfahrer. Von daher kann eine ständige Übung, auf Waldwegen einfachen Weidedraht zur Absperrung während des Viehtriebes zu nutzen, nicht mehr anerkannt werden. Die Land- und Forstwirte in der Umgebung der von Freizeitsportlern genutzten Flächen sind vielmehr gehalten, besser erkennbare, einfach zu handhabende und leicht und billig zu beschaffende andere Absperrmittel zu verwenden.
 
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