RECHTSGRUNDLAGEN  
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  Grundsätze des Schadenersatzrechts  
  Differenzhypothese  
  Art des Schadenersatzes  
  Schmerzensgeld  
  Mitverschulden  
  Bisher wurde dargestellt, unter welchen Voraussetzungen der Schädiger dem Geschädigten eines Sportunfalls „dem Grunde nach“ haftet. Diese Haftungsbegründung ist von der Haftungsausfüllung zu trennen, bei der festzustellen ist, wieweit der Schädiger „der Höhe nach“ Schadenersatz schuldet. Die gesetzlichen Regelungen hierzu werden für alle vertraglichen und deliktischen Schuldverhältnisse in den §§ 249 ff BGB geregelt.  
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  Grundsätze des Schadenersatzrechts  
  Unter dem Schaden im natürlichen Sinn ist jede Einbuße zu verstehen, die jemand in Folge eines bestimmten Ereignisses an seinen Lebensgütern, wie Gesundheit, Ehre oder Eigentum erleidet. Der Schadensbegriff des BGB umfasst sowohl Vermögensschäden als auch so genannte immaterielle Schäden, wie z. B. Schmerzensgeld.

Das BGB geht vom Grundsatz der Totalreparation aus. Danach ist der Geschädigte so zu stellen, als wäre das schädigende Ereignis nicht eingetreten. Zu beachten ist insoweit, die dogmatische Trennung hinsichtlich der Haftung „dem Grunde nach“ und „der Höhe nach“. Nur für die Begründung der Haftung ist das Verschulden des Schädigers notwendig. Im Rahmen der Haftungsausfüllung sind alle Schäden zu ersetzen, ohne dass es auf eine Vorhersehbarkeit für den Schädiger ankommt.
 
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  Differenzhypothese  
  Um festzustellen, welcher Schaden der Schädiger dem Geschädigten ersetzen muss, ist nach der Differenzhypothese vorzugehen. Danach besteht der Schaden in der Differenz zwischen zwei Güterlagen: Der tatsächlich durch das Schadensereignis Geschaffenen und der unter Ausschaltung dieses Ereignisses Gedachten. Es ist also zu ermitteln, welche Vermögensschäden durch die Verletzungshandlungen ursächlich verursacht wurden.  
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  Art des Schadenersatzes  
  Nach § 249 BGB ist der Schaden grundsätzlich durch Naturalrestitution auszugleichen. Dies bedeutet Herstellung des gleichen wirtschaftlichen Zustandes, der ohne das schädigende Ereignis bestehen würde. Der klassische Fall ist insoweit der, dass ein erlittener Vermögensschaden durch die Zahlung eines Geldbetrages ersetzt wird.

Wenn es dem Schädiger nicht möglich ist, den gleichen wirtschaftlichen Zustand wiederherzustellen, kann nach § 249 Abs. 2 BGB der zur Wiederherstellung erforderliche Geldbetrag verlangt werden. Dies ermöglicht dem Geschädigten, eine fiktive Schadensabrechnung vorzunehmen, wonach er statt die sofortige und tatsächliche Wiederherstellung vorzunehmen, den objektiv ermittelten Wert für die Wiederherstellung verlangen kann, ohne dass er deren tatsächliche Durchführung nachweisen muss. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang die Einschränkung in § 249 Abs. 2 Satz 2 BGB nach Inkrafttreten des Schadenersatzrechtsänderungsgesetzes ab 01.08.2002, wonach bei fiktiver Abrechnung die Mehrwertsteuer nicht mehr als Schadensposition anerkannt wird. Erlangt der Geschädigte im Rahmen der Wiederherstellung einen Vorteil (ein teilweise gebrauchtes oder schon verschlissenes Bauteil muss zwangsläufig durch ein neues ersetzt werden), was unter Umständen dazu führt, dass er durch den Ersatz bzw. die Reparatur eine wertvollere Sache erhält, muss er nach dem Grundsatz „Neu für Alt“ einen Abzug akzeptieren.

Gemäß § 251 BGB hat der Ersatzpflichtige den Gläubiger dann entgeltlich zu entschädigen, wenn die Wiederherstellung tatsächlich unmöglich oder dem Ersatzpflichtigen nur mit unverhältnismäßigen Aufwendungen möglich ist. Hier bereitet die Frage der Unverhältnismäßigkeit der Aufwendungen regelmäßig Probleme, wenn der zur Reparatur erforderliche Betrag den objektiven Marktwert einer Sache übersteigt. Die Rechtsprechung hält hier aufgrund des Integritätsinteresses des Geschädigten Überschreitungen für zulässig.

Die Vorschrift des § 252 BGB stellt klar, dass der zu ersetzende Schaden auch den entgangenen Gewinn umfasst, wobei § 252 Satz 2 BGB insoweit eine Beweiserleichterung für den Geschädigten enthält, wonach es ausreichend ist, wenn er den entgangenen Gewinn nicht konkret nachweisen kann, dass er konkrete Umstände darlegen kann, die die Wahrscheinlichkeit des Gewinneintritts begründen.
 
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  Schmerzensgeld  
  Nach § 253 BGB wird wegen eines immateriellen Schadens eine Entschädigung in Geld nur in den durch das Gesetz bestimmten Fällen geschuldet. Gemäß § 253 Abs. 2 BGB kann eine billige Entschädigung in Geld dann gefordert werden, wenn eines der dort genannten Rechtsgüter (Körper, Gesundheit, Freiheit, sexuelle Selbstbestimmung) verletzt wurde. Durch die Regelung des Schmerzensgeldanspruchs im allgemeinen Teil des BGB erfolgt im Unterschied zur früheren Gesetzeslage vor Inkrafttreten des 2. Schadenersatzänderungsgesetzes eine Erweiterung, in dem generell auch bei Gefährdungshaftungstatbeständen und vertraglichen Anspruchsgrundlagen ein Ausgleich durch Schmerzensgeld zu leisten ist.

Die Gewährung von Schmerzensgeld erfüllt anerkanntermaßen zum einen eine Genugtuungsfunktion und zum anderen eine Ausgleichsfunktion.
 
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  Mitverschulden  
  § 254 BGB beschreibt die Ersatzpflicht des Schädigers, wenn bei der Entstehung des Schadens ein „Verschulden“ des Geschädigten mitgewirkt hat. Verschulden im Sinne des § 254 BGB ist der vorwerfbare Verstoß gegen Gebote des eigenen Interesses, also ein „Verschulden gegen sich selbst“: Den Geschädigten trifft ein Mitverschulden, wenn er diejenige Aufmerksamkeit und Sorgfalt außer Acht lässt, die jedem ordentlichen und verständigen Menschen obliegt, um sich vor Schaden zu bewahren.

Fällt dem Geschädigten demnach ein Mitverschulden zur Last, wird sich grundsätzlich die Ersatzpflicht entsprechend den Verursachungsbeiträgen vermindern, was regelmäßig zur Bildung einer so genannten Haftungsquote führt.

Dies gilt gemäß § 254 Abs. 2 Satz 1 BGB auch dann, wenn es der Geschädigte unterlassen hat, alle zumutbaren Anstrengungen zu unternehmen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.
 
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