RECHTSGRUNDLAGEN  
  Paragraph 823 BGB  
  Verrichtungsgehilfe  
  Schadensersatz  
  HAFTUNG  
  ... des Sportlers  
  ... des Veranstalters  
  ... des Grundstückseigners  
  Grenzen der Haftung  
  RECHTSPRECHUNG  
  Urteile  
  Verrichtungsgehilfe  
  Die Haftung des Verrichtungsgehilfen ist vor allem im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen von Bedeutung. Hier werden regelmäßig (oft ehrenamtliche) Helfer eingesetzt die dann vom Organisator übertragene Aufgaben (z.B. Streckensperrung) erfüllen. Macht der Helfer einen Fehler stellt sich der Frage wer haftet. Gemäß § 831 Abs. 1 BGB wird für den Verrichtungsgehilfen wie folgt gehaftet:

Wer einen anderen zu einer Verrichtung bestellt, ist zum Ersatz des Schadens verpflichtet, den der andere in Ausführung der Verrichtung einem Dritten widerrechtlich zufügt. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Geschäftsherr bei der Auswahl der bestellten Person und, sofern er Vorrichtungen oder Gerätschaften zu beschaffen oder die Ausführung der Verrichtung zu leiten hat, bei der Beschaffung oder der Leitung die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder wenn der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.

Zu einer Verrichtung bestellt ist, wem von einem anderen, in dessen Einflussbereich er allgemein oder im konkreten Fall und zu dem er in einer gewissen Abhängigkeit steht eine Tätigkeit übertragen worden ist.

Entscheidend in diesem Zusammenhang ist, dass der Geschäftsherr die Tätigkeit des Verrichtungsgehilfen, jederzeit beschränken, untersagen oder nach Zeit und Umfang bestimmen kann. Der Bestellte muss also bei Ausführung der Verrichtung vom Willen des Geschäftsherrn abhängig sein.

Zur Begründung eines Schadensersatzanspruchs muss der Gehilfe in Ausführung der Verrichtung eine zum Schadensersatz verpflichtende Handlung nach §§ 823 ff BGB begangen haben. Es muss ein unmittelbarer innerer Zusammenhang zwischen der dem Gehilfen aufgetragenen Verrichtung und der schädigenden Handlung bestehen.

Das Verhalten des Verrichtungsgehilfen darf dabei nicht aus dem Kreis oder allgemeinem Rahmen der ihm anvertrauten Aufgaben herausfallen, wie dies bei der Begehung vorsätzlicher Straftaten oder aber bei rein privat veranlassten Tätigkeiten des Gehilfen der Fall sein kann. Gemäß § 831 Abs. 1 Satz 2 BGB kann sich der Geschäftsherr jedoch dann von der Haftung befreien, wenn ihm der so genannte Entlastungsbeweis gelingt, wonach ihn kein Verschulden bei Auswahl oder Überwachung des Gehilfen trifft oder der Schaden selbst bei Beachtung aller Anforderungen eingetreten wäre. Insoweit muss der Geschäftsherr entweder die Verschuldensvermutung oder die Kausalitätsvermutung widerlegen. Dabei gilt, dass je verantwortungsvoller und schwieriger die Tätigkeit ist auch die Sorgfaltspflichten für die Auswahl der Gehilfen steigen. Dies gilt insbesondere dann, wenn mit der Tätigkeit Gefahren verbunden sind. Bei solchen Personen genügt es nicht, dass sie die nötige Sachkunde und technische Geschicklichkeit für die Ausübung ihres Berufes ausweisen, sie müssen vielmehr darüber hinaus auch die moralischen Eigenschaften wie Charakter, Besonnenheit und Verantwortungsgefühl besitzen, die sie vor leichtfertiger Gefährdung des Verkehrs behüten. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob der Gehilfe sorgfältig überwacht wurde. In Folge dessen ist bei längeren Zwischenräumen zwischen Anstellung und Schadenszufügung der Nachweis fortdauernder planmäßiger, unauffälliger Überwachung mit auch unerwarteten Kontrollen zu erbringen.
 
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