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  Wie bereits dargestellt, ist gemäß der zentralen Vorschrift zum Betreten des Waldes - § 14 Bundeswaldgesetz – das Betreten „zum Zwecke der Erholung“ gestattet. Dabei ist der Erholungszweck eine wie der Verkehrszweck im Straßenrecht unbestimmte Voraussetzung. Versteht man Erholung als „jede Art geistigen, seelischen und körperlich-gesundheitlichen Wohlbefindens, das mit dem Erlebnis in der Landschaft oder dem Aufenthalt und der Betätigung in der Landschaft im Zusammenhang steht“, dann ist der individuelle Radsport davon ohne weiteres umfasst.

Begrenzt wird das Betretungsrecht durch das teilweise in den Landesgesetzen normierte Gebot der Gemeinverträglichkeit. Diese Schranke lässt zwar den Inhalt des Betretungsrechts selbst unberührt, formuliert aber andererseits klar, dass das Recht auf Erholung nur in der Weise ausgeübt werden kann, dass die Erholung anderer nicht verhindert oder mehr als nach den Umständen unvereinbar beeinträchtigt wird und die Freiheit des Einzelnen ihre Grenze am Freiraum des Anderen findet.

Im Unterschied zum Straßenrecht fehlt es an einem die öffentlich-rechtliche Sachherrschaft begründenden Widmungsakt, so dass hier die Befugnisse des Sachherrschaftsberechtigten (z. B. des Eigentümers gemäß § 903 BGB) unberührt bleiben.

Im Übrigen ist noch auf die Möglichkeit der Ausweisung von Erholungswald zu verweisen. Danach kann durch die Länder Wald zu Erholungswald erklärt werden. Die Ausweisung von Erholungswald erweitert für die Sportausübenden nicht die Nutzungsmöglichkeiten im Hinblick auf weitere Nutzungsarten, verbessert allerdings qualitativ den Erholungsverkehr, da erholungsfeindliche Bewirtschaftungsmaßnahmen unterbunden werden. Die damit unter Umständen einhergehenden Einschränkungen der Nutzungsmöglichkeiten des Eigentümers oder sonstigen Nutzungsberechtigten sind hinzunehmen, wobei die Landesgesetze soweit Privatwälder in Anspruch genommen werden, Entschädigungen vorsehen.
 
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